Auch remote kann persönlich sein!

June 1, 2022

Wie wirken sich unterschiedliche Persönlichkeiten und Arbeitsweisen auf die Ferne Arbeitsumgebung aus?

Das Thema „Remote Work“ ist längst nicht mehr neu und gehört mittlerweile weitestgehend zum Berufsalltag. Die letzten Jahre haben uns – überwiegend auf Grund der Pandemie – gezeigt, wie die unterschiedlichsten Menschen- und Persönlichkeitstypen in einer völlig neuen, distanzierten Umgebung zusammenarbeiten können.  

Ob alleinstehend, mit Ehepartner, Kindern oder Haustieren: alle Szenarien haben ihre ganz eigenen und speziellen Herausforderungen. Solche extern beeinflussten Situationen sind mittlerweile mehr als bekannt und ein fester Bestandteil im „Remote-Working-Arbeitsalltag“.

Dennoch sind berufsinterne Themen und Herausforderungen nicht zu vergessen, wie beispielsweise das Thema der stetig wachsenden Anzahl an Meetings, die ohne Pausen von einem in den nächsten Termin übergehen. Die nötige körperliche Bewegung und kurze Momente der Ruhe zwischen den Tätigkeiten kommen somit zu kurz und verursachen sowohl Unruhe als auch Spannungen im Team. Ebenfalls ist diese Dauerbelastung häufig eine psychologische Belastung für die Mitarbeitenden. Es werden die kurzen Austausch-Momente vermisst, die meist unbewusst eine gedankliche und mentale Stütze im Alltag darstellen.  

Besonders die verschiedenen Persönlichkeiten der einzelnen Mitarbeitenden - z.B. introvertiert oder extrovertiert - können für Unternehmen und HR-Experten das Thema „Remote Work“ zu einer Herausforderung machen. Für extrovertierte Mitarbeitende ist sowohl Team Work als auch gemeinsamer Austausch vor Ort inspirierend und ein wichtiger Bestandteil des Arbeitslebens. Dies kann nur zum Teil durch Onlineworkshops oder -meetings ersetzt werden. Der eher introvertierte Mitarbeiter hingegen genießt mehr die fokussierte Arbeitsweise des „Remote-Working-Modells“, welches wiederum einen Kommunikationsmangel im Team erzeugen kann.

Solche und viele weitere Beispiele sind nach zwei Jahren Remote Work durchaus bekannt und wurden mehrfach wissenschaftlich betrachtet. Was haben wir daraus nun lernen können? Wir lernen schnell, adaptieren und wachsen stetig mit den sich verändernden Herausforderungen.  

Doch wie können wir mit den Herausforderungen von Remote Work auch in Zukunft besser umgehen? Was können wir als Unternehmen, als Team und als Einzelner tun, um das Remote-Working-Modell für alle gesünder und effizienter zu gestalten?

Drei Betrachtungsebenen für ein gesundes „Remote-Work-Modell“: Unternehmen, Team und Mitarbeitende

Um die verschiedenen Aspekte des Remote Working zu betrachten und verstehen, sollte das Thema auf mehreren Ebenen untersucht werden.  

Was können Unternehmen tun, um die mentale und physische Gesundheit der Mitarbeitenden auch remote zu gewährleisten? Wie können wir als Team miteinander remote umgehen, um die Bedürfnisse der Einzelnen zu berücksichtigen? Wie kann ich persönlich sicherstellen, dass meine Tätigkeiten im Homeoffice weiterhin erfolgreich abgeschlossen werden?

Persönlichkeitstypen in Remote-Work-Umgebungen

Der introvertierte Mitarbeitende tendiert meist dazu, Projekte und Tätigkeiten im Alleingang zu bearbeiten, weshalb er im Homeoffice oftmals produktiver und leistungsfähiger ist. Homeoffice wirkt sich hier auch positiv auf die Zufriedenheit des Mitarbeitenden aus. Introvertierte Menschen sind häufig erschöpft von sozialen Interaktionen, daher dient das Alleinsein bzw. ein Rückzug als Wiederaufbau von Energiereserven. Sie sind meist dann produktiv und kreativ, wenn sie Zeit für sich in Anspruch nehmen können, was aber nicht bedeutet, dass sie nicht teamfähig sind. Auch im Alleingang arbeiten sie für das Team.  

Nachteilig wird Remote Work erst dann, wenn eine mögliche Distanzierung vom Team durch den bevorzugten Alleingang eintritt. Dies kann zu Unterbrechungen in der Kommunikation auf Grund eines fehlenden Austauschs führen. Besonders im agilen Umfeld ist dies schwierig und kann sowohl der Teamdynamik als auch den Zielsetzungen des Unternehmens schaden.

Der extrovertierte Mitarbeitende hat es im Homeoffice meist schwerer, da dieser sich oftmals motivierter und produktiver verhält, wenn er von seinen Mitmenschen umgeben ist. Im Homeoffice – vor allem zu Zeiten der Pandemie – waren extrovertierte Mitarbeitende oft uninspiriert und unausgeglichen sowie isoliert und einsam, da regelmäßiger Austausch und Feedback wichtige Bestandteile ihres Arbeitsalltags darstellen.  

Sie erreichen oftmals schneller und effektiver ihre Ziele, wenn eine starke Zusammenarbeit mit anderen Mitarbeitenden stattfindet. So ist das sowohl arbeitsbezogene als auch soziale Beisammensein sehr wichtig und fördert die Herangehensweise und Kreativität des extrovertierten Mitarbeitenden.

Regelmäßige Check-In Meetings, virtuelle Kaffeepausen und Mittagessen unterstützen sowohl die arbeitsbezogene, als auch mentale Gesundheit des extrovertierten Mitarbeitenden in der Remote-Work-Umgebung.

Eine Remote-Work-Lösung für alle

Auch wenn die Möglichkeit des physischen Austauschs vor Ort womöglich nicht gegeben oder gar gewollt ist, kann Remote Work persönlich sein. Letztlich ist es ausschlaggebend zu verstehen, wie die Mitarbeitenden als Einzelpersonen sowie als Team am besten funktionieren. Werden die Bedürfnisse der einzelnen Mitarbeitenden verstanden, ist die Grundlage für eine neue Teamdynamik gegeben.  

Hier gibt es keine generelle Lösung, da sich alle Mitarbeitergruppierungen unterscheiden. Gemeinsam eine passende Lösung für das entsprechende Team zu finden ist entscheidend. Beispielsweise können zusätzlich zu den verpflichtenden Check-In-Meetings auch virtuelle Arbeitsräume für entsprechende Mitarbeitergruppierungen und Charaktere angeboten werden, in denen Mitarbeitende gemeinsam von zu Hause arbeiten können.

Die Unternehmenskultur bei Remote Work

Selbst in einem Remote-Work-Umfeld ist es sinnvoll und besonders wichtig, die Identität und Gesundheit des Unternehmens zu erhalten und diese fortlaufend zu analysieren. Wie geht das Unternehmen ganzheitlich auf die individuellen Bedürfnisse seiner Mitarbeitenden ein? Die Arbeitswelt hat sich in den letzten Jahren sehr schnell verändert, musste sich anpassen und hat Unternehmen gewissermaßen unter Druck gesetzt, sich neue Arbeitsmethoden anzueignen.  

Remote Work hat sich von einem Wunsch zu einer Notwendigkeit entwickelt und ist inzwischen Teil unseres Alltags geworden. Doch wie kann die Unternehmenskultur aufrechterhalten werden? Auch hier gilt: kein Unternehmen ist wie das andere und es müssen individuelle Lösungen entwickelt werden. Das Unternehmen wird ganzheitlich betrachtet - bestehend aus mehreren Faktoren: Psychologische Sicherheit, Mitarbeiterengagement und organisatorisches Commitment.  

Fühlen sich die Mitarbeitenden in ihren Rollen und mit den verschiedenen Arbeitsweisen sicher?  Verfügen sie über die notwendigen Ressourcen - personell oder technisch - um ihre Arbeit unabhängig vom Standort auszuführen? Teilen die Mitarbeitenden die gleichen Ziele wie ihr Unternehmen und wissen sie, wie sie diese erreichen können?  

Die Bereitschaft und Fähigkeit zur Veränderung

Letztlich ist das Thema Remote Work von individuellen Faktoren geprägt. Das Unternehmen, das Team und der einzelne Mitarbeitende können sowohl von zu Hause als auch im Büro produktiv und effektiv arbeiten. Auch eine kulturelle Bindung zueinander und zum Unternehmen ist in beiden Fällen möglich. Eine Grundvoraussetzung hierfür ist vor allem die Bereitschaft, sich auf solche Veränderungen einzulassen und an ihnen zu wachsen. Wenn das Unternehmen die Bedürfnisse seiner Mitarbeitenden versteht und darauf eingeht, kann Remote Work für alle Beteiligten eine Bereicherung sein und sowohl einen unternehmerischen als auch einen kulturellen Vorteil mit sich bringen.  

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